Gedichte von Heinz Erhardt

Ritter Fips


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Ritter Fips als Held
Ritter Fips als Kind
Ritter Fips im Winter
Ritter Fips und das Blutbad
Ritter Fips und das Burgverlies
Ritter Fips und das Echo
Ritter Fips und das Geigenspiel
Ritter Fips und das Hirn
Ritter Fips und das Küchenpersonal
Ritter Fips und das Team
Ritter Fips und das Wagenrennen
Ritter Fips und das Zahnweh
Ritter Fips und der Dichter
Ritter Fips und der Magere
Ritter Fips und der Zweikampf
Ritter Fips und des Nachbarn Bier
Ritter Fips und des Sängers Fluch(t)
Ritter Fips und die Diät
Ritter Fips und die Jungfrau
Ritter Fips und die Mandeln
Ritter Fips und die Schule
Ritter Fips und ein Wochenprogramm
Ritter Fips und sein anderes Ende
Ritter Fips und sein Ende
Ritter Fips und seine erste Rüstung
Ritter Fips und seine Läuterung
Ritter Fips und sein Sekretär





Heinz Erhardt




Ritter Fips als Held

Der Ritter Fips beschloß verwegen,
ein Ungeheuer zu erlegen,
das, gar nicht weit von seinem Schloß,
die Untertanen sehr verdroß.
Es war viel größer als ein Bär
und zehnmal kräftiger als der.

So stieg Herr Fips denn auf den Wallach,
verabschiedete sich überall, ach,
und ritt dann voll des Ungestüms
zum Wohnsitz dieses Ungetüms.
Und da geschah's, daß kurz vorm Ziel
er aus Versehn vom Pferde fiel. -

Bald drauf, den Kiefer ausgeklinkt,
kam er per pedes heimgehinkt.
(Das Roß lief, gleich nach diesem Fall,
nach Haus und stand bereits im Stall.)

Es herrschte Jubel angesichts
des Helden - doch der sagte nichts . . .

Schlußfolgerung:

Es hat nur selten der gesprochen,
der sich den Kiefer grad gebrochen.


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Ritter Fips als Kind

Der kleine Fipsi war als Kind
ganz anders als sonst Kinder sind:
Nie zog er einen Hund am Schwanz,
und auch Insekten blieben ganz.

Er biß auch seine Amme nie,
wusch ihn mit einem Schwamme sie.

Schlußfolgerung:

Nicht immer bleibt ein Rittersmann
so tugendhaft, wie er begann.


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Ritter Fips im Winter

Der Ritter Fips bemerkte bald:
Wenn Winter ist, dann ist es kalt,
drum war sein Harnisch, was von Reiz war,
von Kopf bis Fuß im Innern heizbar.

So schritt er durch die Stadt - , doch litt er,
rief man: "Da kommt der warme Ritter!"

Schlußfolgerung:

Nur wer im Kalten sitzt, der weiß es,
was es bedeutet: etwas Heißes!


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Ritter Fips und das Blutbad

"Ha", rief Herr Fips, "was kann es schaden,
ich tu das auch mal: ich geh baden!
Füllt mir die Wanne, seid so gut,
mit frischem, warmem Drachenblut!
Dann bin ich" - (was in aller Mund war!) -
"genau wie Siegfried unverwundbar!"
Ein Trog wurde herbeigeschafft,
den füllte man mit Drachensaft -
denn Drachen gab's zu der Epoch
in jeder Menge, noch und noch!
Als nun Herr Fips dem Bad entstieg
(vor Augen schon den großen Sieg!),
da merkte unser Rittersmann:
er hatte noch die Rüstung an...

Schlußfolgerung:
Wer baden geht, egal in was,
der tue unbekleidet das.


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Ritter Fips und das Burgverlies

Fips sprach zu seinem Knappen dies:
"Wir steigen jetzt ins Burgverlies!
Besorg uns eine Menge Lichts,
denn: ist es dunkel, sieht man nichts!"

Da sprach der Knappe voll des Leids:
"Geh nicht hinunter, Herr, vermeid's!"
"Schön", sagte Fips, "wenn du dich bangst,
bleib oben! Ich hab keine Angst!"

Und schon sah man mit Zuversicht,
mit Gottvertrauen und mit Licht
ihn in den Keller abwärtssteigen.
Er war allein... Ihm wurde eigen.

Da! Plötzlich saß dort, nein, wie nett,
ein Mensch! Vielmehr nur sein Skelett.
Ihm fehlten Haar, Fleisch und Gesicht -,
doch störte das den Ritter nicht!

Im Gegenteil, er fand es fein,
dann war er hier nicht so allein!
Mit Hilfe seines Lichts besah
er sich den Toten von ganz nah -,
und da erschrak er dann denn doch,
als aus dem Mund 'ne Kröte kroch...

Schlußfolgerung:
Das Angstgefühl im Burgverlies
verläßt dich erst, verließt du dies.


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Ritter Fips und das Echo

Herr Fips, geharnischt und beschildet,
war in Musik recht ungebildet,
doch wurd es Frühling und dann Mai,
vielleicht auch Juni, einerlei,
dann griff er mutig in die Saiten,
um sich zur Laute zu begleiten
zu Weisen, welche ihm entwichen
und eher einem Brüllen glichen.

Bis zum Gebirg drangen die Lieder
und kamen dann als Echo wieder,
so daß man sie, was jeden störte,
nach kurzer Zeit noch einmal hörte.
Doch wagte niemand, Fips zu zwingen,
zur andern Seite hinzusingen,
wo eine, weil dort flach das Land,
Gefahr des Echos nicht bestand.

Schlußfolgerung:
Die von Gesang nicht viel verstehn,
die lassen auch am besten den.


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Ritter Fips und das Geigenspiel

Mit falschen Tönen, doch nicht feige,
strich Fips die Saiten seiner Geige,
bis ihm die Mutter sagte: "Fips,
ich tret nicht gern Dir auf den Schlips,
doch darf ein Fips von Fipsenstein
nicht bloß ein kleiner Geiger sein!
Du bist der Mitwelt Größres schuldig!"
"Na schön", sprach da der Sohn geduldig,
"ich weiß was Größeres: ich latsche
zu Meister Bim und lerne Bratsche!"

Schlußfolgerung:

Man kann, des größren Hohlraums wegen,
weit mehr noch in ein Cello legen.


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Ritter Fips und das Hirn

An einem Sonntag frug Klein-Fips
seine Mama: "Mama, was gib's
denn heute mittag sozusagen
zu essen? Darf ich das mal fragen?"

"Gewiß", sprach sie mit mildem Glanz
im Auge,"heute gibt es ganz
was Feines, etwas für verwöhnte Mägen
und für'n Verstand: heut gibt es Brägen!
Davon kriegst du, mein lieber Sohn,
gleich eine doppelte Portion!"

Schlußfolgerung:
Doch selten nur, lehrt die Erfahrung,
ist Hirn, gebraten, geist'ge Nahrung.


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Ritter Fips und das Küchenpersonal

Des jungen Fipsen liebste Schliche,
das waren die in Richtung Küche.

Zuerst stand er am Herd und roch,
was er da Schönes kocht, der Koch;
doch galt hauptsächlich sein Intresse
nicht etwa dem, was er heut esse -
mitnichten: es galt der Mathilde,
der Antje, aber auch der Hilde,
die Teller wuschen, Silber putzten
und so der Küche trefflich nutzten.
Mit diesen Damen trieb der Sohn
des Hauses dann Konversation.

Schlußfolgerung:

Der Jugend Hang für Küchenmädchen
konnte schon Wilhelm Busch bestät'chen.


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Ritter Fips und das Team

Lag Ritter Fips im Bett und schlief --
sein Schlaf war, wie man wußte, tief! --,
befand am Ende von dem Bett
sich stets ein Trio, ein Terzett,
und dies bestand aus gutem Grund
aus Eule, Sittich und dem Hund.
Die Eule -- Wunder der Natur!--
sah alles gut im Dunkeln nur,
drum war ihr Nutzen nicht gering,
falls jemand nachts durchs Zimmer ging.

Der Sittich -- das erstaunte jeden! --
vermochte wiederum zu reden.
Und machte ihn die Eule wach,
so dachte er nicht lange nach,
nein, er rief gleich: "Hier spricht der Sittich!
Nun bell mal, blöder Hund, ich bitt dich!"
Und schon ertönte -- man war baff!--
ein aufgeregtes "waff- waff- waff".

Und der Effekt? In Eile nahm
der Feind den Weg, auf dem er kam ...

Schlußfolgerung:
Die Teamarbeit ist, siehe oben,
stets zu empfehlen und zu loben.


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Ritter Fips und das Wagenrennen

An manchen hohen Feiertagen
bestieg Herr Fips den Zweiradwagen
und rief: "Ihr Rosse, vier und feurig!
Trabt los! Zu meinem Sieg euch steur' ich!"

Und hui! Schon flog das Renngespann
mit Peitschenknall und Rittersmann
durch Wald und Wiesen, Feld und Flur,
und alles staunte: "Wie Ben Hur!"
Er traf auch stets als Erster ein -
kein Wunder, er fuhr ja allein!

Schlußfolgerung:

Gibt Pferden man eins hinten drauf,
beschleunigen sie vorn den Lauf.


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Ritter Fips und das Zahnweh

Herr Fips bemerkte kummervoll,
daß ihm die eine Backe schwoll.
Das war an sich nicht schlimm, jedoch
der Schmerz, der aus dem Zahnloch kroch,
der bohrte, zog und quälte ihn.
Da bat Herr Fips um Medizin
den Doktor Stups. Der braute einen
gesunden Trank aus Mückenbeinen,
aus dem Urin der Vogelspinne —
(auch etwas Milz vom Frosch war drinne) —
und noch so was... Da sprach der Kranke,
als er das Tränklein sah: "Nein, danke!
Eh gegen Schmerzen aus dem Kelche
ich trinke, hab ich lieber welche!"

Schlußfolgerung:
Es werden Schmerzen erst, nachdem
sie nachgelassen, angenehm.


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Ritter Fips und der Dichter

Damit's nicht hieße "Fips der Doofe",
war meistens ein Poet am Hofe,
der mußte, wollte er auch bleiben,
für seinen Herrn Gedichte schreiben;
und abends dann, beim Kerzenscheine,
las Fips sie vor, als sei'n es seine !

Schlußfolgerung:

Das, was man so als Dichter schreibt,
vergeht entweder oder bleibt.


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Ritter Fips und der Magere

Es war bekannt, daß Ritter Fips
zwar Kraft besaß, doch wenig Grips,
denn fragte man ihn was beim Quiz,
nie wußte er dann, was es is'!
Da sowas peinlich ist auf Reisen,
war Dr. Hadubrand zu preisen,
der, äußerst mager von Figur,
ab nun stets mit dem Ritter fuhr.
So konnte diesem bei Turnieren,
bei geistigen, nicht viel passieren,
denn machte er sich etwas dünn,
stak Hadu mit im Panzer drin
und konnte so auf alle Fragen
die Antwort leis von hinten sagen!

Schlußfolgerung:
Man muß sich notfalls jemand mieten,
hat man an Geist selbst nichts zu bieten.


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Ritter Fips und der Zweikampf

Es zog ein reicher Kaufmannssohn
mit Spezerein und Munition
vorbei an Ritter Fipsens Schloß,
was diesen überaus verdroß!
Drum kam Fips, vollgetankt mit Bier,
(doch roch man's nicht, weil das Visier,
wie stets bei ihm und bei Gefahr,
bis untenhin geschlossen war)
dem Kaufmannssohn auf schnellsten Wegen
nicht freundlich zwar aber entgegen.
Der Kampf - denn jeder wollte siegen! -
fand statt auf Brechen und auf Biegen,
und nur durch Stellen eines Beins
verlor der Kaufmann null zu eins -
und schließlich auch sein Haupt als solches
durch einen scharfen Schnitt des Dolches!

Schlußfolgerung:
Es lohnt sich keinen Hut zu tragen,
endet der Mensch bereits beim Kragen.


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Ritter Fips und des Nachbarn Bier

Der junge Ritter Fips begab sich
sehr oft zum Nachbarschloß. (Er hab sich,
so wurde allgemein gedacht,
des Nachbarn Tochter angelacht.)
Jedoch war für den stillen Wandrer
der Grund zum Wandern ein ganz andrer.

Er wollte eruiern, ob durch
die Erdkruste von Burch zu Burch
es möglich wär, 'nen Gang zu graben,
um einen kürzern Weg zu haben.
"Denn", sprach er, "drüben ist das Bier
viel würziger als hier bei mir! -
Dann könnt ich zusätzlich erwägen,
aus Schläuchen Leitungen zu legen,
die, unsichtbar für Nachbaraugen,
durch diesen Gang das Bier hersaugen.
Ich hätte dann, wenn's keiner merkt,
genug vom Trank, der mich so stärkt!"

Doch leider, wie so oft im Leben,
ging dieser böse Plan daneben!
Eine gewalt'ge Feuersbrunst
hüllte des Nachbarn Schloß in Dunst!
Man spritzte zwar aus allen Rohren,
doch schien die Burg total verloren,
bis einer schließlich darauf kam
und's Bier zur Brandbekämpfung nahm-
und siehe da, das Bier war gut:
es bändigte des Feuers Wut!

Doch dadurch war Herr Fips der Sorge
enthoben, wie er Bier sich borge.

Schlußfolgerung:

Das Bier löscht nicht nur, wie bekannt,
den Durst. Nein, es löscht jeden Brand.


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Ritter Fips und des Sängers Fluch(t)

Herr Fips sprach zu dem Knappen Heiner:
"Nanu, da draußen singt ja einer?!
Gib ihm zwei Groschen, und er möge
bald sehen, daß er weiterzöge!
Und sag ihm, daß hier niemand wohne,
für den zu singen es sich lohne!"

Der Knappe tat, wie man befahl.
Da trat der Sänger in den Saal,
warf Fips die Groschen ins Gesicht:
"Den Dank, Ritter, begehr ich nicht!
Du bist ein Geizhals! Bist verrucht!"
und ging. Das war des Sängers Flucht.

Schlußfolgerung:
Man gebe Sängern für die Lieder
nie zu viel Geld. Sonst komm'n sie wieder.


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Ritter Fips und die Diät:

Des edlen Ritter Fips Bestreben
ging dahin, streng diät zu leben,
denn er entdeckte dies: stieg ganz er
vom Kopf bis Fuß in seinen Panzer,
nachdem er aß, was sie ihm brieten,
dann platzte er aus allen Nieten.
Deshalb genoß er ohne frohes
Gefühl Gemüse - und zwar rohes.

Wie floß das Wasser ihm zusamm'
im Mund, sah er ein fettes Lamm!
An Suppen dacht er mit App'tit,
die er, genau wie Pudding, mied.

Jedoch, durch den Entzug des Fetts,
der Karbonaden und Kotletts
geriet gar bald in Hamisch er -
und siehe, plötzlich paßte der

Schlußfolgerung:

Den Harnisch schafft der kluge Mann
sich gleich 'ne Nummer größer an.


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Ritter Fips und die Jungfrau:

Bei jedem Wetter, auch beim Sturme,
rief man es mehrmals laut vom Turme:
,,Hört, Leute, was wir euch verkünden:
Fips will eine Familie gründen!
Drum wünscht und hofft er, daß in Bälde
sich eine Jungfrau bei ihm melde !"

Es hub ein Suchen an und Spähen,
doch keine Jungfrau war zu sehen.
Die einzige, die man gefunden,
wurd grad von einem Kind entbunden.

Schlußfolgerung:

Will jemand eine Jungfrau frein,
darf er nicht so penibel sein.


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Ritter Fips und die Mandeln

Fips - nur um den kann sich's hier handeln! -
erkrankte schwer an seinen Mandeln,
weshalb er bat, wenn auch nicht gerne,
daß man die Dinger ihm entferne.
Herr Dr. Stips, der zuständig
für Leiden war, die inwendig,
gab erst einmal, wie früher stets,
Fips einen Schlag auf dessen Dez,
griff dann zu dem Skalpell, dem blanken,
und operierte unsren Kranken.
Seitdem sah man nur ohne Mandeln
Herrn Fips durch die Gemächer wandeln.

Schlußfolgerung:
Warum sich mit den Mandeln quälen?
Man sieht's ja nicht, wenn sie dir fehlen.


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Ritter Fips und die Schule

Der Knabe Fips (sehr traurig das!),
der hatte gegen's Lernen was!
Zum Beispiel Schreiben oder Lesen -
dies beides lag nicht seinem Wesen.
Und auch dem Rechnen mit den Brüchen
war er beharrlich ausgewichen.

Doch was er schätzte, selbst in Serien,
das waren jedesmal die Ferien,
die er von sich aus noch ergänzte,
indem er gern die Schule schwänzte.

Schlußfolgerung:

Man sieht aus diesem allen klar,
daß Fips normal veranlagt war.


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Ritter Fips und ein Wochenprogramm

Am Montag, noch auf weicher Daune,
litt Ritter Fips an schlechter Laune.
Das war an sich nicht ungewöhnlich:
den andern Rittern ging es ähnlich.

Am Dienstag morgen war der Ritter
bei Nachbarsleuten Babysitter.
Das Kind war siebzehn und hieß Magda -
Herr Fips blieb gleich den ganzen Tag da.

Am Mittwoch zählte er mit Mühe
auf einer Wiese seine Kühe.
Dann legte er sich müde nieder
ins Gras und sah auch Magda wieder.

Am Donnerstag saß Fips im Garten
und spielte dort mit Magda Karten,
wobei ihm bald ein Nullspiel glückte,
weil er geschickt die Dame drückte.

Am Freitag gab's, was Fips nicht mochte,
gebratne Fische und gekochte,
drum schlich er sich mit leerem Magen
zu Magda, wo die Schinken lagen.

Am Samstag ritt auf stillen Wegen
in's Grüne er - und das bei Regen,
erfreute sich an Flor- und Fauna -
und dann an Magda in der Saune.

Am Sonntag ging, für alle Fälle,
der Ritter in die Schloßkapelle.
Er kniete, dachte nach und lag da -
doch das natürlich ohne Magda.

Schlußfolgerung:

Man soll stets gut den Werktag nutzen -
und sonntags seine Seele putzen.


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Ritter Fips und sein anderes Ende

Es stand auf seines Schlosses Brüstung
der Ritter Fips in voller Rüstung.

Da hörte er von unten Krach
und sprach zu sich: ,,Ich schau mal nach!"
und lehnte sich in voller Rüstung
weit über die erwähnte Brüstung.

Hierbei verlor er alsobald
zuerst den Helm und dann den Halt,
wonach - verfolgend stur sein Ziel -
er pausenlos bis unten fiel.
Und hier verlor er durch sein Streben
als letztes nun auch noch das Leben,
an dem er ganz besonders hing ---!

Der Blechschaden war nur gering...

Schlußfolgerung:

Falls fallend Du vom Dach verschwandest,
so brems, bevor Du unten landest.


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Ritter Fips und sein Ende

Der edle Ritter Fips war eines
Tags voll des süßen, roten Weines,
worauf er - oh, sein Kopf war schwer! -
in einen Sarg kroch. Der war leer.
Hier legte er sich rücklings nieder
und schloß den Deckel und die Lider -
nicht überlegend, daß im Off
es ihm gebrach an Sauerstoff.

Da dieser für die Atmung wichtig,
verschied Herr Fips. Er lag gleich richtig.

Schlußfolgerung:

Man soll in keinen Sarg sich legen,
will man nur kurz der Ruhe pflegen.


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Ritter Fips und seine erste Rüstung:

Als sie den Ritter Fips im Jahr
elfhundertsiebenzehn gebar,
zog die Mama dem kleinen Mann
als erstes eine Rüstung an,
die sie, bei Nacht und oft ermüdet,
für ihn gelötet und geschmiedet,
damit er gegen allerlei
Gefahren wohlgerüstet sei.

Schlußfolgerung:

Die Rüstung muß, ist man noch klein,
besonders unten rostfrei sein.


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Ritter Fips und seine Läuterung

Herr Fips gehörte, wie Sie ahnen,
zum edlen Stamme der Germanen,
die immer riefen: "Niemals - nie!
Wir sind die diejenigen, die...!"
Macht, Ruhm und Geld sahn sie im Traum noch
und arbeiteten sie, dann kaum noch -
im Gegenteil: aus alten Quellen
weiß man, sie lagen meist auf Fellen
und tranken Bier, das schäumend gelbe...
Herr Fips tat ganz genau dasselbe!
Doch eines Tags - das war ein Ding! -
geschah es, daß er in sich ging
und sprach: "Wie ist das Leben stur!
Ab heute trink ich Dunkles nur!"

Schlußfolgerung:
Den andern zur Erheiterung
dient stets die eigne Läuterung.


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Ritter Fips und sein Sekretär

1

Herr Fips gehörte zu der Sorte
von Rittern, denen manche Worte,
wenn sie dieselben schreiben sollten,
nicht richtig von der Feder wollten.
So hielten beispielsweise diese
kaum stand der strengen Expertise:
Triumph und Trumpf! Fips konnt die beiden
Vokabeln schwer nur unterscheiden:
Mal schrieb er Trumph mit "p" und "h",
mal stand Triumpf mit "pf" da
Das wurmte ihn. Drum sucht er
und fand bald einen Sekretär,
der — und nicht diese Wörter bloß —
ganz deutlich schrieb und fehlerlos.

Schlußfolgerung:
Ein Sekretär ist auch noch jetzt —
und sei's als Möbel — hochgeschätzt.

2

An einem Morgen sprach Herr Fips
zu seinem Sekretär: "Da, tipp's!
Das hab ich heute nacht erdacht
und mühsam zu Papier gebracht.
Dann heft es in ein Heft hinein,
es soll meine Laudatio sein!"
Und wie dies Machwerk nun gewesen,
ist hier im folgenden zu lesen:

Eine Laudatio
auf den Ritter Fips von Fipsenstein
vom Ritter Fips von Fipsenstein
Ich bin der gute Ritter Fips,
bin's selbst und höchstpersönlich!
Mein Aug ist blau, mein Schwert ist scharf,
an mir ist nichts gewöhnlich!
Ich kam zur Welt und bin nun hier
zum Essen und zum Trinken!
Am liebsten trink ich helles Bier —
und eß am liebsten Schinken!

Ich bin der treue Ritter Fips
voll Sanftmut und voll Güte!
Daß ich mal tu, was sich nicht schickt,
das kommt nicht in die Tüte!
Den Reichen nehm ich Geld und Blut,
hab manchen schon begraben —
den Armen aber bin ich gut,
weil die ja doch nichts haben!

Ich bin der edle Ritter Fips,
bin stolz, gerecht und mutig!
Und nur, wenn ich sehr wütend bin,
nur dann gerat in Wut ich!
Nach Heldentaten steht mein Sinn
und auch nach klugen Werken!
Daß ich ein bißchen dämlich bin,
das ist fast nicht zu merken!

Schlußfolgerung:
Man sollte selber was verfassen
über sich selbst, wenn's andre lassen.






Die Sammlung ist nicht komplett?
Dann mailt mir doch bitte die fehlenden Gedichte über das Mail-Formular.
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