Gedichte Trauer & Schmerz






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Was sind Wolken anderes
als ein Vorhang für den Himmel?
Was das Leben anderes
als ein dem Tod entrinnen?

(Autor unbekannt)
(Danke an Matthias)



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Bittgedanke, dir zu Füssen

Stirb früher als ich,
um ein weniges
früher

Damit nicht du
den Weg zum Haus
allein zurückgehn musst

(Reiner Kunze)
(Danke an Nele)



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Manchmal, wenn die Nacht dunkel wird und der Trott des Tages sich ablegt.
Bist du mir Nahe.
Als legest du neben mir, deine Augen den Meinen gegenüber.
Deine Hand auf meiner Haut, als wäre es wahr,
deine Lippen auf meinem Mund, als wärst du da.
Ich schließe die Augen und träume für diesen Augenblick,
ich träume du bist wieder zurück.
Alles beim Alten, alles wie es war.
Mein Leben, das Deinem so wunderbar.
Und würdest du auch andere Wege gehen,
könnte ich dich nur noch einmal sehen.
Und wenn die Liebe verflossen wär,
mein Leben wäre lang nicht so schwer.
Ich wünsche du bist selig im Glück,
ich weiß du kehrst nie wieder zurück.

(Julia Homann)
(Danke an Julia)



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Noch immer treffe ich dich Nacht für Nacht,
Zeit heilt Wunden, haben alle gedacht.
Noch immer hängt mein Herz an dir,
doch bist du schon lange nicht mehr hier.
Blumen sind die einzigen Geschenke an dich,
und ich frage mich
was du wohl tust, wo du wohl bist,
ob du auch weißt, wer dich vermisst.
Ein Jahr ist bald vergangen,
in mir ist immer noch Verlangen,
dich zu küssen, dich ein letztes Mal zu sehen,
warum mußtest du gehen?
Ein leises Rauschen verweht die Zeit,
es ist das Leben, das mich voran treibt.
Erinnerungen, so nah und doch verschwommen.
Wie gestern scheint dein letzter Kuss,
ich höre noch den Abschiedsgruss.
In Gedanken bleibst du stets in mir,
und irgendwann bin ich bei dir...

(Julia)
(Danke an Julia)



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Für Manuel

Erst wenn aller Sonnen Glut erlischt,
die Sterne sich in den Weiten verlieren,
wenn Berge zu Tälern zurückgewachsen,
Flüsse und Meere verdurstet sind
und die Winde nicht mehr wehen,
erst wenn alles Leben verloschen,
wenn jedes Sein vergangen ist,
dann, erst dann
wirst auch du vergessen sein.

(Chris)
(Danke an Chris)



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Ach, warum weinst du, Nachtigall?

Bist du denn fremd hierhergezogen?
Ach, warum weinst du, Nachtigall?
Und hast ermattet dich verflogen?
Ach, warum weinst du, Nachtigall?

Hast hohe Berge überschritten,
Bist über Flüsse tief geglitten,
Hast Trennung du vom Freund erlitten?
Ach, warum weinst du, Nachtigall?

Ach, wie so bitter klingt dein Flehen!
Neu lässt du meinen Schmerz erstehen!
Du möchtest deinen Freun wohl sehen?
Ach, warum weinst du, Nachtigall?

Du kannst doch deine Flügel breiten
Und kannst sie ja zum Fluge weiten
Und alle Schleier überschreiten!
Ach, warum weinst du, Nachtigall?

Liegt deine Stadt in Feindes Banden?
Ward denn dein guter Ruf zuschanden?
Ist denn dein Freund in fremden Landen?
Ach, warum weinst du, Nachtigall?

Du wohnst im Lenz im Rosenhage,
Dir duften Blüten alle Tage,
Doch immer neu klingt deine Klage...
Ach, warum weinst du, Nachtigall?

Ihr Augen, die im Schlafe ruhten,
Erwachend hebt ihr an zu bluten,
Mein Herz verbrennt in hellen Gluten!
Ach, warum weinst du, Nachtigall?

(Yunus Emre)
(Danke an Nele)



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Weiße
mit schwarzer Seele
mordeten einen Schwarzen
mit reiner Seele
weiß wie Schnee.
Ich erfuhr davon
und die Kugel
die ihn getötet hatte
schlug auch in mich ein.
Und diese Kugel ließ ihn
in mir auferstehen,
und ich wurde wiedergeboren
- als Schwarzer.

(Eugen Jevtuschenko zum Tode Martin Luther Kings)
(Danke an Matthias)



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Ängstlich
frage ich mich,
was mich hält
in dieser Welt.
Bin bereit
für die Ewigkeit.
Schrecke dennoch zurück;
blicke hinab
in die Tiefe;
dem Ziel meiner Briefe.

(Autor unbekannt)
(Danke an Matthias)



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Stoppt jede Uhr, laßt ab vom Telephon,
Verscheucht den Hund, der bellend Knochen frißt, die roh'n.
Laßt schweigen die Pianos und die Trommeln schlagt,
Bringt heraus den Sarg, ihr Klager klagt.

Laßt die Flieger kreisend - Trauer sei Gebot
An den Himmel schreiben: Er ist tod.
Straßentauben gebt um den Hals starre Kreppkragen,
Polizisten laßt schwarze Handschuh' tragen.

Er war mir Nord, mir Süd, mir Ost und West;
Des Sonntags Ruh' und der Woche Streß
Mein Tag, mein Gesnag, meine Rede, meine Nacht.
Ich dachte, Liebe währet ewig - falsch gedacht.

Sterne sind jetzt unerwünscht, will nichts sehn davon,
Verpackt den Mond, zertrümmert die Sonn'.
Fegt weg dem Wald und des Meeres Flut,
Nie wird es sein, so wie es war. Nie wieder gut.

(Aus dem Film "Vier Hochzeiten und ein Todesfall";
das englische Original ist bei den englischen Gedichten zu finden)
(Danke an Vanessa)



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Siehe, die Trauer,
sie ist des Trauernden
einziger Trost.

(Robert Hamerling)
(Danke an Fee)



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Beerdigung

Ein Friedhof voller Menschen,
Menschen in Schwarz.
Tränen,Trauer,Schreie,Leid
Jeder Schrei ist wie ein Blitz der mich trifft.
Ich spüre ihren Schmerz,
Ich fühle ihr Leid,
doch ich kann nicht weinen.
Ich starre auf dich,
auf den weißen Sarg,
die Blumen und Karten.
Meine Gedanken schweifen umher.
Wieso du?
Hattest du Schmerzen?
Ich stelle mir vor wie es ist
in der anderen Welt.
Ich wünschte ich wär an deiner Stelle.
Du hattest noch ein glückliches Leben vor dir.
Wieder ein stechender Schrei,
als sie dich in das Reich der Dunkelheit niederließen.
Ich verstehe es nicht.
Ich starre hinab,
denke an dich,
stehe neben mir, - man zieht mich weg.
Ich bin versteinert,
werde es nie fassen können...

(In loving Memory to Monika Hilpert, 25.11.1983-18.05.2002)

(Patricia)
(Danke an Patricia)



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Ich vergaß
- was ich kaum besaß.
Bleib allein
- schließ mich ein.
Verantwortung
- ohne Hoffnung.
Arbeit
- erfüllt Einsamkeit.
Bin respektiert
- der Mann der verliert.
Baue Mauern um mich herum
- werde stumm.
Sehe keinen Sinn
- in dem was ich bin.
Höre auf zu denken
- werd mein Leben verschenken.
Gehe fort
- an unbekannten Ort.

(Autor unbekannt)
(Danke an Matthias)



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Erstarrung

Im Labyrinth
dunkelster Gedankenschleier,
nicht endender Sog
in ungeahnte Tiefen
Fragen stocken,
Worte sich auflösen
im Nichts.

Sinne
von Eiseskälte betäubt
vernichtende Glut
versteinerte Tränen.
Das Innerste zerborsten,
weit verstreut
ins All geschleudert.

(Chris)



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Der Wind weht übers Land mit deiner Seele in der Hand.
Er tobt und tanzt von Ort zu Ort
und treibt dich fort.
Der Regen strömt die Trauer hinaus,
die Musik ist aus.
Vorbei die Melodie,
die einst dein Körper trug
du steckst in jedem Atemzug.
Er weht der Wind
und bringt Erinnerung zurück,
doch du gehst Stück für Stück.

(Julia Homann)
(Danke an Julia)



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Nicht alle Schmerzen sind heilbar,
denn manche schleichen
Sich tiefer und tiefer ins Herz hinein,
Und während Tage und Jahre verstreichen,
Werden sie Stein.

Du sprichst und lachst, wie wenn nichts wäre,
Sie scheinen zerronnen wie Schaum.
Doch du spürst ihre lastende Schwere
Bis in den Traum.

Der Frühling kommt wieder
mit Wärme und Helle,
Die Welt wird ein Blütenmeer.
Aber in meinem Herzen ist eine Stelle,
Da blüht nichts mehr.

(Ricarda Huch)
(Danke an Elena für die Berichtigung des Autors)



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Der Schmerz ist wie eine unsichtbare Kraft.
Er ist wie ein Ritter hinter einer Rüstung.
Er ist wie eine Windböe, die dich packt und zu Boden wirft.
Wie ein Virus, der dich befählt und dich dahin rafft.
Der Schmerz ist nicht zu erkennen, nicht zu sehen und nicht zu beschreiben.
Doch du wirst mir glauben, wenn ich dir sage daß er da ist.
Er ist allgegenwärtig, er lebt und du kannst ihn fühlen.

(Steffen Sokic)
(Danke an Steffen Sokic)



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Warum gibt es so viel Leid und Schmerz
Warum zerbricht vor Kummer so oft das Herz

Warum geben so viele Menschen auf
Warum nehmen wir Gewalt immer wieder aufs neue in Kauf
 
Warum bauen die Menschen um sich eine Mauer
Warum herrscht heutzutage so viel Trauer
 
Warum gibt es überall so viel Leid
Warum braucht man, um zu Vergessen, eine Ewigkeit
 
Warum können so viele Menschen nur glücklich scheinen
Warum müssen sie, anstatt zu lachen, nur noch weinen
 
Warum verschließen viele, für immer die Augen
Warum werden manche missachtet, weil sie an was anderes glauben
 
Warum können solche Alpträume
Nicht immer Träume bleiben.

(Autor unbekannt)
(Danke an Sandra Mikonya)



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Ich bin bereit

Manchmal möchte ich meine Augen verschliessen,
um alles Elend nicht mehr zu sehen,
um die Sprache der Verzweiflung nicht mehr zu verstehen!
Manchmal möchte ich davon laufen,
um all den Kämpfen nicht mehr stand halten zu müssen,
um diesem Lärm und der Unsicherheit zu entfliehen!
Manchmal möchte mir alles egal sein,
um keinen Schmerz mehr zu empfinden,
um keinen Kummer mehr zu spüren!
Doch wenn ich es tun würde, weiss ich,
gäbe es nichts in mir, ausser eine Leere,
könnte sich meine Art nicht entfalten.
Ich würde trotzdem im Chaos stehen bleiben, und abfallen,
wie ein Blatt vom Baum, und vom Winde verloren gehen,
würde verwelken, wie eine Blume, deren Zeit vorbei ist.
Ja, ich weiss, meine Zeit ist noch nicht um;
in Allem, was es auch in meinem Leben geben wird,
versuche ich, dass ich das Beste daraus gewinn.
Ich bin bereit!

(Karin Casaulta)
(Danke an Karin Casaulta)


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