Witzige Gedichte






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Achterbahnträume

W8soldaten
bew8en
W8eln in Sch8eln
und l8en:
„Auf der W8,
um Mittern8,
werden Feuer entf8
und die W8eln geschl8et.
Wir haben lange genug geschm8et.“
„8ung“,
d8en die W8eln,
wir öffnen mit Sp8eln
die Sch8eln,
denn der Verd8,
dass man uns hinm8,
ist angebr8,“
und entflogen s8,
abends um
8.

(Hanz Manz)
(Danke an Monika)



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Ernste Frage

Drei Mäuse besprachen die ernste Frage:
Was tut man gegen die Menschenplage

Wie wär´s mit einer Menschenfalle?
Aber damit fangen wir nicht alle

Oder ein Gift in den Kaviar mischen?
So können wir auch nicht alle erwischen

Da sagte die allerklügste Maus:
Die rotten sich demnächst selber aus!

(Jürgen Spohn)
(Danke an Sara-Naomi)



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Ein Huhn, das fraß- man glaubt es kaum-,
ein Blatt von einem Gummibaum,
dann ging es in den Hühnerstall,
und legte einen Gummiball.

(Joachim Ringelnatz)
(Danke an Lilli)



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Sonntagsüberraschung

Es trug sich zu, ihr werdet´s nicht glauben
ich bröselte das Brot, eigentlich für die Tauben
an einem Sonntag, am Ufer, bei meinem stillen Platz
da kam mit all den Tauben auch ein kleiner Spatz
ein gar lustiger Gesell´ sein Gefieder grau, doch hell
so pickte er mit seinem Schnabel ganz unverfroren
die Brösel zwischen den Füßen der Tauben vom Boden
er wiegte den Kopf mal nach links mal nach rechts
und sah aus, als dachte er bei sich das brächt´s
gediegen so eine Zwischenmalzeit am Morgen
entledigt mich vom Hunger und allen Sorgen
als dieser Hunger ward gestillt,
er sein Gefieder putzt wie wild
mit seinem Schnabel, superflink und sehr behende
ungeniert und wohl geübt auch an des Federns Ende
als jäh ein Knall für lauten Aufbruch sorgte
und er sich meinen Beutel als Unterschlupf borgte
so saß er da, wohl fürchterlich erschrocken ob aller Gefahren,
die einem als Spatz so widerfahren
inmitten der Brösel und zitternd am ganzen Leib
als da kam ein weiterer Spatz, es war wohl sein Weib
sie rückten zusammen und drängten sich flink
als beide erkannten, daß das Schicksal hier winkt
ein Paradies ist dieser Beutel hier, für ängstliches Gefiedertier
das hungernd, zitternd und angstvoll wenn erschrocken
erhascht hier außer Deckung noch des Brotes Brocken

(Klaus Wolfgang Krense)
(Danke an Klaus Wolfgang Krense)



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Die Natur stirbt bedauerlicherweise nur sehr langsam.
Und höchst unfreiwillig.
Statt zügig den Geist aufzugeben und die Katastrophe komplett zu machen,
scheint sie in jüngster Zeit sogar Widerstand leisten zu wollen.
Sie denkt vermutlich, sie könnte uns mit sogenannten Naturkatastrophen zum Nachdenken bringen.
Aber da überschätzt die Natur zumindest einen Teil der Menschheit in intellektueller Hinsicht total.

(Wolfgang Mocker)
(Danke an Sebastian)



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Der Start ins Leben

Ich war doch ziemlich überrascht und sehr verdutzt>
als ein Sonnenstrahl mein neues Dasein dazu benutzt>
anderen zu zeigen, wie man sich fühlt und anzusehen ist,>
wenn du 9 Monate doch nur ein Fötus gewesen bist>
schrumpelig und blau, ohne Durchblick, wenig schlau>
frierend, schreiend wie am Spieß und die Stimme ganz rauh>
erschrecken dich zuerst die Gangster, mit dem vermumten Gesicht >
oder vermummen sie sich nur aus Schutz vor diesem grellen Licht>
dann könnte es so sein, daß diese Ganster obendrein>
gar nicht dieselben sind, sondern Diener für den Krankenschein>
das müßte heißen, oh wie dumm, da stehen Ärzte und nicht Gangster rum>
nach einigem Hin und Her, des Wiegens, der Wäsche und noch mehr>
begegnete ich endlich meiner Mutter, denn ich sehnte mich gar sehr>
nach ihrer Wärme und ihrer Brust, denn hungrig sein macht Frust>
sie gab mir dann mit mächtigem Stolz, die Zitze, als hätte ich´s gewußt>
so saugte ich was gar nicht leicht, recht ungeübt mit großem Fleiß>
man war das schwer, zu saugen immer mehr, bis ich nun endlich weiß>
das Baby sein und nicht viel mehr, kein dauerhafter Zustand wär.

(Klaus Wolfgang Krense)
(Danke an Klaus Wolfgang Krense)



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Der Eierdieb

Ich sah einen Hasen,
es ist allerhand,
den haben die Menschen
nach Ostern benannt.

Was hat denn der Hase
mit Ostern zu tun ?
Die Ehre gebührt doch
wohl eher dem Huhn.

Da haben die Hühner
geschafft und getan,
mit all ihrer Kraft
und Respekt vor dem Hahn.

Dann kommt so ein Hase.
Er hat sich getraut
und sämtliche Eier
der Hühner geklaut.

Jakob, der Gockel,
hat kläglich versagt.
Der Gute war leider
schon ziemlich betagt.

So wurde mein Jakob,
ihr habt es erraten,
später am Abend
gerupft und gebraten.

Für mich ist der Hase,
ich sage es laut,
nichts als ein Räuber,
der Hühner beklaut.

Ich finde, der Hase,
nach Ostern benannt,
gehört aus der Stadt
und vom Lande verbannt.

(Gerhard P. Steil)
(Danke an Gerhard P. Steil)



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Stell dir vor, da gab's einen, den ich kannte
Es hat ihn überlebt die eigne Tante
Er war in besten Jahren
Keiner weiss, was ihm wiederfahren.

Er kannte alle Naturprodukte,
Wenn es ihn vorn und hinten juckte.
Zigaretten hat er nie probiert
Der Rauch hat ihn stets geniert.
Nie trank er Alkohol
Sehr zum Wohl!
Ich kannte einen, der hat gesoffen.
Den hat es auch getroffen.

So kann's auch dir mal gescheh'n
Bedenke, dass wir in der Mid-Life-Kriese stehn.
Eines morgens wirst du wach - oder nicht
Und schon stehst du vor dem jüngsten Gericht.
Die Moral von der Geschicht:
Brav sein schützt vor Sterben nicht!

(Eliane Spogen)
(Danke an Eliane Spogen)



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Ich schlag ihn Grün und Blau
Das wird ihn endlich lehren
Sich endlich mal zu wehren
wenn ich ihn ständig hau

(torg)
(Danke an torg)



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Sonette
Materialien zu einer Kritik an der bekanntesten Gedichtform italienischen Ursprungs

Sonette find ich sowas von beschissen
so eng, rigide, irgendwie nicht gut.

Es macht mich ehrlich richtig krank, zu wissen,
daß wer Sonette schreibt, daß wer den Mut
hat, heute noch so'n Scheiß zu bau'n.

Allein der Fakt, daß so ein Typ das tut,
das kann mir echt den ganzen Tag versau'n.

Ich hab da eine Sperre und die Wut
darüber, daß so'n abgefuckter Kacker
mich mittels seiner Wichserein blockiert
schafft in mir Aggressionen auf den Macker.

Ich tick nicht, was das Arschloch motiviert.
Ich tick es echt nicht, will's echt nicht wissen.
Ich find' Sonette unheimlich beschissen.

(Robert Gernhardt)
(Danke an Tobias Löffler)



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Der Schöpfung Meisterstück

Gott schuf die Welt vor alten Zeiten,
zuletzt den Mann als Exemplar,
und das schien freilich anzudeuten,
das Gott schon etwas müde war.

Denn als er sein Geschöpf beschaute,
da fehlte dies, da fehlte das
und von dem ganzen Manne taugte
nur noch eine Rippe was.

Die wurd’ ihm auch noch rausgenommen
und eine Frau daraus gemacht.
So sind sie später zwar angekommen,
jedoch geschaffen mit Bedacht.

Und zu der Frau gerechten Lobe
erkennt man auf den ersten Blick,
der Mann war nur ein Stück zur Probe,
die Frauen sind das Meisterstück!

(Autor unbekannt)



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Das Vöglein

Es war im Jahr 2001.
Und zwar in Frankfurt.
Oder war’s in Mainz ?

Aus einem Nest an einem Haus,
Da fiel ein kleines Vöglein raus.
Ohne jegliches Gefieder
Sank der Vogel rasch hernieder.

Der Vogel aber war nicht tot,
Weil so ein Haufen Hundekot
Exakt am Landeplatze klebte,
Weshalb er munter weiter lebte.

Das Vöglein hat daraus gelernt,
Wer sich zu früh vom Nest entfernt,
Der muss - soll dieser Flug gelingen -
Behutsam in die Scheiße springen.

Jedoch - er sollte sich beeilen
Und nicht zu lange drin verweilen.
Schon mancher, der zu ungeschickt,
Ist hinterher darin erstickt.

(Gerhard P. Steil)
(Danke an Gerhard P. Steil)



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Der Stein

Ein kleines Steinchen rollte munter
Von einem hohen Berg herunter.
Und als es durch den Schnee so rollte,
Ward es viel größer als es wollte.
Da sprach der Stein mit stolzer Miene:
"Jetzt bin ich eine Schneelawine".
Er riß im Rollen noch ein Haus
Und sieben große Bäume aus.
Dann rollte er ins Meer hinein,
Und dort versank der kleine Stein.

(Joachim Ringelnatz)
(Danke an Sabine Hering)



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Ein männlicher Briefmark erlebte
was schönes bevor er klebte.
Er war von einer Prinzessin beleckt.
Da war die Liebe in ihm erweckt.
Er wollte sie wiederküssen,
da hat er verreisen müssen.
So liebte er sie vergebens.
Das ist die Tragik des Lebens!

(Joachim Ringelnatz)
(Danke an Sabine Hering)



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Party bei Gudrun

Leute, ich habe mit Sorgfalt notiert,
was damals bei Gudrun in Hassloch passiert.
Gudrun und Siegfried im heimischen Garten
durften die Gäste zum Festmahl erwarten.

Mit Blumen in Händen und festlich frisiert
wurde am Anfang noch brav gratuliert.
Nach einer Weile, die Bar war jetzt auf,
stürzten sich alle wie Tiger darauf.

Annett war die Schnellste. Sie griff sich ein Glas
und lag nach `ner Stunde besoffen im Gras.
Dieter und Margit, wer weiß wie das lief,
brachten den Kuchen, mein Gott ging das schief.

Wir sahen die Flugbahn und hörten den Schlag
als Margit mit Torte im Swimmingpool lag.
Claudi war schweigsam und sonderbar still,
wie’s halt so ist - auf dem glühenden Grill.

Sie hat sich vermutlich ein wenig verschätzt
und zwischen das Steak und die Bratwurst gesetzt,
Als Siggi sie mahnte: „Du bist hier nur Gast“
hat sie ihm prompt noch ein Veilchen verpasst.

Später, beim Essen, war wirklich was los.
Heinzi vertilgte ein Schwein mit viel Soß’.
Es wurde noch schöner als Bernd ohne Maß
zwei Rollen Braten mit Stacheldraht fraß.

Im Frühbeet lag Gerda, welch trauriges Bild,
ihr war der Wodka noch immer zu mild.
Heinz hat gewiehert und Tränen gelacht.
Das hätte er besser zu Hause gemacht.

Er spürte noch lange den grausamen Schlag,
nachdem er zwei Wochen im Krankenhaus lag.
Gaby war fröhlich und bestens gelaunt.
Nach 6 bis 8 Bierchen war keiner erstaunt.

Monika hauchte: „Ich brauch einen Joint,
bevor ich den habe, ist keiner mein Freund.“
Und weil jeder Garten `ne Tanzfläche hat,
schlug sie die schönsten Salatköpfe platt.

Vorm Klo stand der Bernd mit dem Ding in der Hand
weil er die Tür mit dem Männchen nicht fand.
Ach, es war toll und wir haben gelacht.
Auch noch als Gerhard die Flatter gemacht.

Der hatte noch zwei oder drei Mal gezuckt,
nachdem er die Knochen vom Kotelett verschluckt.
Und schließlich die Gerda, es war eine Wucht,
sie sorgte am Ende für Ordnung und Zucht.

Fit wie ein Alter und stark wie ein Gaul,
schlug sie dem Siegfried schon wieder aufs Maul.
Lotte hat’s schließlich noch fertig gebracht
und unter der Hütte ein Feuer entfacht.

Während die Hütte so langsam verschwand,
wurde die Party erst recht int’ressant.
Doch Gudrun - wir wissen bis heut’ nicht warum -
wurde am Abend so merkwürdig stumm.

Sie packte ganz plötzlich die Mistgabel aus
und warf die Gesellschaft zum Haupttor hinaus.
Sie wurde so seltsam - es gab keinen Sinn -
Ich glaube, wir gehen da nie wieder hin.

(Hassloch, am 13.8.2002)
(Gerhard P. Steil)
(Danke an Gerhard P. Steil)



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Siehste

Zu einem Freund, der Landwirt war,
kam einst ein junges Ehepaar.
Der Freund führt es durchs ganze Haus,
zeigt ihnen Hof und Hühnerhaus.

Die junge Frau stand stumm dabei,
das Hühnerleben war ihr neu.
Da plötzlich springt der Hahn aufs Huhn
wie das die Hähne alle tun.

Die Frau, die voll Interesse scheint,
fragt darauf den bäuerlichen Freund:
"Herr Schulze, sagen Sie doch an,
wie oft am Tag macht das der Hahn?"

Herr Schulze denkt ein wenig nach:
"Na, so cirka 13 mal am Tag."
Worauf die Frau ihr Männlein küsste,
und lächelnd sagte: "Siehste, siehste!"

Doch darauf fragt der Mann den Freund:
"Sag Schulze, wie ist das gemeint,
läuft denn der Hahn den ganzen Tag
immer nur der selben Henne nach?"

"Oh nein", erwidert Schulze nun,
"Der Hahn nimmt stets ein neues Huhn."
Worauf der Mann sein Frauchen küsste,
und lächelnd sagte: "Siehste, siehste!"

(Frank Bröckelmann, 08/2001)
(Danke an Frank Bröckelmann)



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Der zerstreute Professor

Es war einmal ein Professor, der war ganz entsetzlich zerstreut,
die allerwichtigsten Dinge vergaß er von gestern auf heut´.
Als eines schönen Tages, der gute Professor beschloß,
in den Stand der Ehe zu treten, weil ihn das Alleinsein verdroß,
da geschah es am nächsten Morgen, daß der unglücksseelige Mann,
sich auf seinen erst gestern gefassten Beschluß vergeblich besann.
Ihm war von der ganzen Sache, erinnerlich nur noch daß,
er wollte in etwas treten, doch wußte er nicht mehr in was!

(Autor unbekannt)
(Danke an Funny)



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Die Liebe Durch den Magen geht
sich durch die Därme windet
und allzu oft
ganz unverhofft
als wie ein Pfurz entschwindet

(Autor unbekannt)
(Danke an lupusire)



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War einmal ein Bumerang;
War ein weniges zu lang.
Bumerang flog ein Stück,
Aber kam nicht mehr zurück.
Publikum - noch stundenlang-
Wartete auf Bumerang

(Joachim Ringelnatz)
(Danke an Verlangen)



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Es lohnt sich doch

Es lohnt sich doch, ein wenig lieb zu sein
Und alles auf das Einfachste zu schrauben.
Und es ist gar nicht Großmut zu verzeihn,
Daß andere ganz anders als wir glauben.

Und stimmt es, daß Leidenschaft Natur
Bedeutete im guten und im bösen,
Ist doch ein Knoten in dem Schuhband nur
Mit Ruhe und mit Liebe aufzulösen.

(Joachim Ringelnatz)
(Danke an Verlangen)



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Ein Liebesgedicht

Ich liebe die Liebe
Die Liebe liebt mich
Für all diese Liebe
Da brauche ich dich

Ich weiß noch genau
Wie das erste Mal war
Ich sah dich von ferne
So blond und so klar

Außen erfrischend
Und innen so kühl
Warst du die Sehnsucht
In meinem Gefühl

Ich kann es nicht ändern
Ich liebe dich sehr
So oft ich dich atme
Mich dürstet nach mehr

Ich möchte im Tal
Deiner Blume versinken
Und nächtelang von
Deiner Sinnlichkeit trinken

Und wenn ich am Ende
Der Wünsche hätt’ vier
Es wären ganz sicher
Vier Gläser von dir

Bei all meiner Liebe
Es ist wie ein Traum
Das Schönste an dir
Ist der Weizenbierschaum

(Gerhard P. Steil)
(Danke an Gerhard P. Steil)



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Mathilde

Ich wünsche mir Liebe
und du bist verschnupft,
läufst rum wie ein Hinkel,
genauso verrupft.

Du warst jene Frau,
die ich lange erträumt.
Endlich war wieder
mein Heim aufgeräumt.

Du hast mir zum Frühstück
die Schnitten belegt
und schließlich im Keller
die Treppen gefegt.

Nächtelang hast du
die Socken gestopft
und fit wie ein Profi
den Teppich geklopft.

Ich finde, ich sollte
dir endlich mal sagen,
als Köchin, da warst du
von keiner zu schlagen.

Ich hab in der Kneipe
`ne Runde gestreut
und all meine Kumpels,
die hab`n sich gefreut.

Man hat mich bewundert,
wie sich das gehört.
Ich frag mich bis heute,
was dich daran stört.

(Gerhard P. Steil)
(Danke an Gerhard P. Steil)



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Mathildes Rache

Mathilde, Mathilde,
du hast es gewagt
und morgens beim Frühstück
die Worte gesagt:

"Lass mich in Ruhe,
du dämlicher Zwerg.
Ich such mir `nen Lover,
ein Kerl wie ein Berg."

Ich glaubte am Anfang,
ich hab mich verhört.
So wurde beim Frühstück
mein Weltbild zerstört.

Anschließend hast du
mit Rauswurf gedroht.
Ich dachte nur, Mensch
sind die Sitten verroht.

Da hör ich seit Jahren:
"Ich hasse Gewalt"
und krieg so ein Ei
in den Kaffee geknallt.

Das war betrüblich.
Es hat mich schockiert
und bis auf das Hemd
und die Knochen blamiert.

Du hast meine männliche
Ehre gekillt.
"Sag mir, Mathilde,
wie passt das ins Bild?".

(Gerhard P. Steil)
(Danke an Gerhard P. Steil)



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Das kleine Schwein

Es war einmal ein kleines Schwein,
das war vielleicht zu oft allein.
Auf jeden Fall fiel diesem Schwein
Erstaunliches im Saustall ein.

Man sah das kleine Ferkelein
immerzu auf einem Bein.
Die Zeit verging , tagaus, tagein,
und dann erschien das Bäuerlein.

Der Bauer rief: Was fällt dir ein?
Ein Schwein hat dick und fett zu sein!
Wir sind hier nicht im Turnverein,
drum lässt du jetzt das Hüpfen sein.

Darauf das Schwein zum Bäuerlein:
Dann müsst’ ich ziemlich dämlich sein.
Bleibt ein Ferkel dünn und klein,
wird es lang am Leben sein.

Da fiel dem Bauer nichts mehr ein.
Er ließ fortan das Schimpfen sein.
Vermutlich wird das schlaue Schwein
bis heute nicht gestorben sein.

(Gerhard P. Steil)
(Danke an Gerhard P. Steil)



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Der Gabentisch ist öd und leer,
die Kinder schauen blöd daher,
da läßt der Vater einen krachen,
die Kinder fangen an zu lachen.
So kann man auch mit kleinen Sachen
Kindern große Freude machen!

(Autor unbekannt)
(Danke an Xavador)



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Sprachschwierigkeiten

Wenn ich sie sehe,
denke ich:
Sie ist schöner als alle.

Wenn ich sie höre,
denke ich:
Die Stimme eines Engels!

Wenn ich an sie denke,
denke ich:
Wie klug ist sie doch!

Wenn ich mit ihr rede,
sage ich:
"Du hast einen Fleck auf der Bluse!"

(Hans Manz)
(Danke an P. Lammert)



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Familiendrama

Warum verzehrt denn Vaters Mutter,
wenn niemand hinguckt,
Katers Futter?
Ja, wär's denn besser für den Kater,
Vaters Mutters Schwiegervater
oder Mutters Vaters Mutter
äßen Vaters Katers Futter?

(Hans Manz)
(Danke an P. Lammert)



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Die Heinzelmännchen von Köln

Wie war zu Köln es doch vordem
mit Heinzelmännchen so bequem!
Denn, war man faul, - man legte sich
hin auf die Bank und pflegte sich!

Da kamen bei Nacht,
eh' man's gedacht,
die Männlein und schwärmten
und klappten und lärmten
und rupften und zupften
und hüpften und trabten
und putzten und schabten,
und eh' ein Faulpelz noch erwacht',
war all sein Tagewerk bereits gemacht!

Die Zimmerleute streckten sich
hin auf die Spän' und reckten sich.
indessen kam die Geisterschar
und sah, was da zu zimmern war.
Nahm Meißel und Beil
und die Säg' in Eil;
sie sägten und stachen
und hieben und brachen,
berappten und kappten,
visierten wie Falken
und setzten die Balken.
Eh' sich's der Zimmermann versah,
klapp, stand das ganze Haus
schon fertig da!

Beim Bäckermeister war nicht Not,
die Heinzelmännchen backten Brot.
Die faulen Burschen legten sich,
die Heinzelmännchen regten sich;
und ächzten daher
mit den Säcken schwer!
Und kneteten tüchtig
und wogen es richtig
und hoben und schoben
und fegten und backten
und klopften und hackten.
Die Burschen schnarchten noch im Chor:
da rückte schon das Brot, das Neue, vor!

Beim Fleischer ging es just so zu:
Gesell und Bursche lagen in Ruh'.
Indessen kamen die Männlein her
und hackten das Schwein
die kreuz und die quer'.
das ging so geschwind
wie die Mühl' im Wind!
Die klappten mit Beilen,
die schnitzten an Speilen,
die spülten, die wühlten
und mengten und mischten
und stopften und wischten.
Tat der Gesell die Augen auf,
wapp, hing die Durst
da im Ausverkauf!

Beim Schenken war es so: es trank
der Küfer, bis er niedersank.
am hohlen Fasse schlief er ein,
die Männlein sorgten um den Wein
und schwefelten fein alle Fässer ein -
und rollten und hoben
mit Winden und Kloben
und schwenkten und senkten
und gossen und pantschten
und mengten und manschten.
Und eh' der Küfer noch erwacht',
war schon der Wein
geschönt und fein gemacht!

Einst hatt' ein Schneider große Pein,
der Staatsrock sollte fertig sein;
warf hin das Zeug und legte sich
hin auf das Ohr und pflegte sich.
Da schlüpften sie frisch an den Schneidertisch
und schnitten und rückten
und nähten und stickten
und fassten und passten
und strichen und guckten
und zupften und ruckten.
Und eh' mein Schneiderlein erwacht':
war Bürgermeisters Rock
bereits gemacht!

Neugierig war des Schneiders Weib
und macht' sich diesen Zeitvertreib:
streut Erbsen hin die andre Nacht.
Die Heinzelmännchen kommen sacht;
eins fährt nun aus, schlägt hin im Haus,
die gleiten von Stufen und plumsen in Kufen,
die fallen mit schallen,
die lärmen und schreien
und vermaledeien!
Sie springt hinunter auf den Schall
mit Licht: husch, husch, husch -
verschwinden all!

O weh, nun sind sie alle fort
und keines ist mehr hier am Ort!
Man kann nicht mehr wie sonst sich ruhn,
man muss nun alles selber tun!
Ein jeder muss fein
selbst fleißig sein
und kratzen und schaben
und rennen und traben
und schniegeln und biegeln
und klopfen und hacken
und kochen und backen.
Ach, dass es doch wie damals wär'!
Doch kommt die schöne Zeit
nicht wieder her!

(August Kopisch)



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Willst Du das Zeitgescheh'n erfassen,
dich bestens unterrichten lassen,
dann kauf Dir statt 'ner Chesterfield,
lieber "Fünfzig Pfennig"-Bild.

Menschenmord im Schneegestöber,
Rattengift in Gänseleber
Flugzeugabsturz - 13 Tote,
Rabe war der Unglücksbote.
Einbruchsdiebstahl im WC,
Schwein ertrank im Bodensee,
Untermieter totgeschlagen,
Täter floh im Kinderwagen.

Zweieinhalb Millionen Leser,
von der Donau bis zu Weser,
Vater, Mutter, Greis und Knabe
warten auf die Bildauflage.
Hund biss Kind aus Eifersucht,
Raubmörder ergriff die Flucht,
Greis ein Auge ausgeschlagen,
Helmut Kohl, der hat's am Magen,
Polizei verfolgt Sadist,
Bauernlümmel warf mit Mist,
Riesensummen unterschlagen,
Kronjuwel im Mantelkragen.

Hat der Leser dies erfahren,
schlägt es ihm gleich auf den Magen
jene Dinge die passieren,
bringen ihn zum Phantasieren,
hinter Zäunen, hinter Mauern,
sind die Mörder die da lauern,
um mit Messern, Dolch, Pistolen,
ihn ins Traumland abzuholen;
Doch am nächsten Morgen dann,
schafft er Bild sich wieder an.

Kind im Walde ausgesetzt,
Amokläufer wird gehetzt,
Liebespärchen nicht mehr sicher,
aus dem Grabe kam Gekicher,

Drohbrief an die Tür geklebt,
nach dem Tode noch gelebt.
Faruk nicht mehr aktuell,
Ehedrama im Tunnel.
Englands Frauen sind gut dran,
kriegen Kinder ohne Mann;
Von der Zeitung tropft das Blut,
aber dennoch:

Bild ist gut!

(Autor unbekannt)



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Mit Arbeit ist es so auf Erden,
sie kann sehr leicht zum Laster werden.
Du kennst die Blumen nicht die duften,
Du kennst nur ARBEITEN und SCHUFTEN,
so gehn sie hin, die schönsten Jahre
bis endlich liegst Du auf der Bahre
und hinter Dir da grinst der Tod,
kaputt geprasselt, DU IDIOT !!

(Autor unbekannt)



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Der Lehrer versucht anhand von Bildern,
den Kindern die Natur zu schildern.
Er spricht von Tier- und Pflanzenwelt.
Als zum Schluss die Glocke schellt,
da sagt er zu den kleinen Wichten,
sie sollen morgen ihm berichten,
wie überhaupt der Mensch entsteht.
Das kleine Volk steht auf und geht
und bringt bei der Gelegenheit
die Eltern in Verlegenheit.

Auch Fritzchen ist nach Haus' gekommen,
er hat sich Vater vorgenommen
und ihm die Frage gestellt:
"Wie kommt der Mensch auf diese Welt?"
Dem Vater wird schon bang und bänger,
sein Gesicht wird immer länger.
Doch dann besinnt er sich und lacht:
"Der Mensch, der ist aus Lehm gemacht."

"Au!" denkt Klein-Fritzchen, "das ist famos",
da hol' ich schnell mir einen Kloß
von nebenan von Töpfer Schmidt,
den nehm' ich dann zur Schule mit.
Ich nehm' nicht so 'nen ganz großen
und steck ihn einfach in die Hosen.
Und als dann nun am nächsten Tage
der Lehrer stellt seine Frage,
erhielt er Antwort auch sogleich:
"Der Mensch kommt aus dem Storchenreich".

Nur Fritzchen sitzt ganz still und stumm
und kramt in seiner Hose rum.
Und plötzlich ruft er: "Quatsch mit Soße,
ich hab' das Ding in meiner Hose,
womit die Schöpfung vor sich geht
und wo dann draus der Mensch entsteht.
Von wegen Storch, so seht ihr aus,
wenn ihr's nicht glaubt, ich hol' ihn raus".
Da sagt der Lehrer ganz beflissen:
"Lass ihn nur drin, du scheinst's zu wissen."

(Autor unbekannt)



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Der Menschheit größter Hochgenuss
ist ohne Zweifel wohl der Kuss.
Er ist beliebt, er macht vergnügt,
ob man ihn gibt, ob man ihn kriegt.
Er kostet nichts, ist unverbindlich
und vollzieht sich immer mündlich.
Hat man die Absicht, dass man küsst,
so muss man erst mit Macht und List
den Abstand zu verringern trachten
und dann mit Blicken zärtlich schmachten.
Die Blicke werden tief und tiefer,
es nähern sich die Unterkiefer.
Man pflegt dann mit geschlossenen Augen
sich aneinander festzusaugen.
Jedoch nicht nur der Mund allein
braucht eines Kusses Ziel zu sein.
Man küsst die Wange und die Hände
und auch noch and're Gegenstände,
die ringsherum mit Vorbedacht
sämtlich am Körper angebracht.
Auch wie man küsst, das ist verschieden,
im Norden, Osten, Westen, Süden.
So mit Bedacht und mit Gefühl,
der eine heiß, der and're kühl.
Der eine haucht, der and're schmatzt,
als ob ein alter Reifen platzt.
Hingegen wiederum der Keusche
vermeidet jegliche Geräusche.
Der eine kurz, der and're länger,
den längsten nennt man Dauerbrenner.
Ein Kuss ist, wenn zwei Lippenlappen
in Liebe aufeinander klappen
und dabei ein Geräusch entsteht,
als wenn die Kuh durch Matsche geht.

(Autor unbekannt)



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Gefangen

Dunkel und funster ist es hier
und ich komme nicht heraus!
Ich bin gefangen wie ein Tier
und das ist mir ein graus.
Gefangen in der Finsternis
weine ich ungehemmt,
es ist auch ein verfluchter Driss
wenn der Sargdeckel klemmt.

(Autor unbekannt)



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Das große Glück, noch klein zu sein,
Sieht mancher Mensch als Kind nicht ein.
Und möchte, daß er ungefähr
so sechzehn oder siebzehn wär!

Doch schon mit achtzehn denkt er: Halt!
Wer über zwanzig ist, ist alt!
Kaum ist die Zwanzig knapp geschafft,
Erscheint die Vierzig greisenhaft.

Und dann die Vierzig - welche Wende,
Die Fünfzig gilt beinah als Ende.
Doch nach der Fünfzig - peu a peu -
schraubt man das Ende in die Höh`.

Die Sechzig scheint noch ganz passabel,
Und erst die Siebzig miserabel.
Mit Siebzig aber hofft man still:
Ich werde achtzig - so Gott will!

Und wer die Achzig überlebt,
Zielsicher auf die Neunzig strebt.
Dort angelangt zählt er geschwind
Die Leute, die noch älter sind!

Doch hat die Mitte 90 man erreicht,
die Jahre, wo einen nichts mehr wundert,
denkt man mitunter: Na- vielleicht
schaffst du mit Gottes Hilfe auch die 100!

(Autor unbekannt)



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Der volle Sack

Ein dicker Sack - den Bauer Bolte,
Der ihn zur Mühle bringen wollte,
Um auszuruhn mal hingestellt
Dicht an ein reifes Ährenfeld, -
Legt sich in würdevolle Falten
Und fängt 'ne Rede an zu halten.
"Ich", sprach er, "bin der volle Sack.
Ihr Ähren seid nur dünnes Pack.
Ich bin's, der Euch auf dieser Welt
In Ewigkeit zusammenhält.
Ich bin's, der hoch vonnöten ist,
Daß Euch das Federvieh nicht frißt,
Ich, dessen hohe Fassungskraft
Euch schließlich in die Mühle schafft.
Verneigt Euch tief, denn ich bin Der!
Was wäret ihr, wenn ich nicht wär'?"

Sanft rauschen die Ähren:
"Du wärst ein leerer Schlauch,
wenn wir nicht wären."

(Wilhelm Busch)



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Dunkel war's, der Mond schien helle

Dunkel war's, der Mond schien helle,
schneebedeckt die grüne Flur,
als ein Wagen blitzeschnelle
langsam um die Ecke fuhr.

Drinnen saßen stehend Leute,
schweigend im Gespräch vertieft,
als ein totgeschoßner Hase,
auf dem Sandberg Schlittschuh lief

Und auf einer roten Banke,
Die blau angestrichen war,
Saß ein blondgelockter Jüngling
Mit kohlrabenschwarzem Haar.

Neben ihm 'ne alte Schachtel,
Zählte kaum erst sechzehn Jahr.
Und sie aß 'ne Butterstulle,
Das mit Schmalz bestrichen war.

Droben auf dem Apfelbaume,
Der sehr süße Birnen trug,
Hing des Frühlings letzte Pflaume
Und an Nüssen noch genug.

Eine Kuh, die saß im Schwalbennest
mit sieben jungen Ziegen,
die feierten ihr Jubelfest
und fingen an zu fliegen.

Der Esel zog Pantoffeln an,
ist übers Haus geflogen,
und wenn das nicht die Wahrheit ist,
so ist es doch gelogen.

(Autor unbekannt)



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Fluchtwagen

In der Straßenbahn stößt man ständig auf Leute,
die es eigentlich gar nicht mehr gibt:
vergessene Gläubiger, verflossene Liebhaber,
verflüchtigte Bekannte, verwünschte Verwandte....
Darum ist das Fahren im eigenen Auto so beliebt.

(Autor unbekannt)



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Auf des höchsten Berges Gipfel

Auf des höchsten Berges Gipfel,
über jeder Tannen Wipfel,
dort, wo nicht mal Geier kreisen,
wohin selbst Götter furchtvoll weisen,

dort, wo selbst der Eisbär friert,
und immer nur der Frost regiert,
wo seit über tausend Jahren,
Schnee und Eis bestimmend waren,

und es sogar im Sommer kälter,
als in jedem Kühlbehälter,
steht entgegen meinem Rat
ein Münzgeldkaffeeautomat.

Denn glaub´ ich kaum, daß viele Kunden
jemals den Weg dorthin gefunden.
Doch was hilft es jetzt bereuen,
wer einmal dort ist, wird sich freuen,

gesetzt dem Fall, er hat es klein.
(Der Automat nimmt keinen Schein.)

(Jan Kaiser)



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Der Nadelfisch und auch der Krebs,
die wären gerne Schneider.
'Ne Nadel ham sie, Scheren auch,
nur der Bindfaden fehlt leider.

(Verfasser unbekannt)



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Die beiden Esel

Ein finstrer Esel sprach einmal
zu seinem ehlichen Gemahl:
"Ich bin so dumm, du bist so dumm,
wir wollen sterben gehen, kumm!"
Doch wie es kommt so öfter eben:
Die beiden blieben fröhlich leben

(Christian Morgenstern)



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Im Park

Ein ganz kleines Reh stand am ganz kleinen Baum
Still und verklärt wie ein Traum.
Das war des Nachts elf Uhr zwei.
Und dann kam ich um vier
Morgens wieder vorbei,
Und da träumte noch immer das Tier.
Nun schlich ich mich leise--ich atmete kaum--
Gegen den Wind an den Baum,
Und gab dem Reh einen ganz kleinen Stips.
Und da war es aus Gips.

(Joachim Ringelnatz)



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Die Ameisen

In Hamburg lebten zwei Ameisen,
Die wollten nach Australien reisen.
Bei Altona auf der Chaussee
Da taten ihnen die Beine weh,
Und da verzichteten sie weise
Dann auf den letzten Teil der Reise.

So will man oft und kann doch nicht
Und leistet dann recht gern Verzicht.

(Joachim Ringelnatz)
(Danke an Jochen Walk)



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Der Hirsch springt hoch,
der Hirsch springt weit.
Was soll er sonst machen
die ganze Zeit?

(Danke an year)







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