Der Kölner Dom



Kölner Dom



zurück



Geschichte

Der Standort des Doms hat eine weit zurückgehende Geschichte. Sie begann mit einem römischen Tempel, der im 4. Jahrhundert durch einen Dom ersetzt wurde. Der erweiterte Nachfolge-Bau wurde 870 geweiht und galt zu diesem Zeitpunkt als "Mutter aller Kirchen Germaniens".

Die Überführung (1164) der Gebeine der Heiligen Drei Könige durch den Kölner Erzbischof Rainald von Dassel von Mailand nach Köln zog einen Ausbau des "Alten Doms" nach sich und ließ den Wunsch nach einem größeren Gotteshaus laut werden, der 1220 nach der Vollendung des Dreikönigsschreins umgesetzt wurde.

Das Domkapitel schloß am 13.4.1248 einen Vertrag über die Finanzierung des Kirchenbaus ab und man begann mit dem Abbruch des "Alten Doms", der während der Arbeiten durch einen Brand weitgehend zerstört wurde. Am 15.8.1248 legte Erzbischof Konrad von Hochstaden feierlich den Grundstein zum neuen Dom. Zum Dombaumeister wurde Meister Gerardus (Gerhard) bestimmt. Er orientierte sich in seinen Entwürfen an den Kathedralen von Amiens, Paris (Notre-Dame), Troyes und Straßburg.

Dem 1322 vollendeten Chor folgte im nächsten Bauabschnitt der Südturm, dessen Bau um 1410 bei einer Höhe von 56m unterbrochen wurde. Die in diesem Turm 1448/49 angebrachten Glocken "Pretiosa" und "Speciosa" läuten noch heute.
1560 ließ das Domkapitel dann die gesamten Bauarbeiten (vermutlich aus finanziellen Gründen) einstellen. Von nun an thronte 300 Jahre der mittelalterliche Baukran stillgelegt auf einem der Türme.

der Dom in der 'Ruhephase'         der Dom in der 'Ruhephase'


1842 wurden die Arbeiten wieder begonnen und der Dom wurde am 15. Oktober 1880 in Anwesenheit Kaiser Wilhelms fertiggestellt. In der 700-jährigen Bauzeit wurden die originalen Baupläne übrigens nicht verändert.



Zahlen & Fakten

Die monumentale Westfassade mit den zwei mächtigen Türmen war seinerzeit die größte je gebaute Kirchenfassade, der Nordturm mit seinen 157,38 Metern gar das höchste Bauwerk der Erde (der Südturm ist ganze 7cm kleiner).
Der Dom bietet (bei einer Innenlänge des Mittelschiffs von 119m und einer Breite von 45,19m; Seitenschiffbreite 15,21m) rund 20.000 Personen Platz, sein Gesamtgewicht beträgt 160.000 Tonnen, die Fensterflächen umfassen 10.000 Quadratmeter. Er weist eine Nutzfläche von 6.166 m² auf bei einer Grundfläche von 8.000m².
Verbaut wurden Drachenfels-Trachyt (von 1248-1560), Stenzelsberger Trachyt (im 19. Jahrhundert), danach Sandstein verschiedener Herkunft, Basaltlava aus der Eifel sowie Kalkstein für die Außenskulpturen. Insgesamt wurden 290.000 Tonnen Steine, davon 130.000 im Fundament und 160.000 im Mauerwerk, verbaut.

Die mächtigste der Glocken, die St. Petersglocke (der "dicke Pitter"; auch "Friedensglocke"), in ihm wiegt 500 Zentner und ist die größte freischwingende Glocke der Welt.

Der Südturm ist über 509 Stufen für Besucher bis auf eine Höhe von 97,25m begehbar. Jedes Jahr wird der Dom von rund 5 Millionen Besuchern aus aller Welt bestaunt.

Pro Jahr fallen etwa 7,5 Millionen Euro Instandhaltungskosten an. Wollte man den Dom heute bauen, müsste man mit Baukosten von rund 10 Milliarden Euro rechnen.



Kunstwerke

Der Kölner Dom besitzt auch eine hervorragende Innenausstattung:

- der Glasgemäldezyklus des 13./14. Jahrhunderts im Hochchor;
- das größte und älteste mittelalterliche Chorgestühl Deutschlands (104 Sitze, um 1310);
- das Gerokreuz (um 970), eines der ältesten Kunstschätze;
- die Mailänder Madonna (um 1290);
- der Dreikönigsschrein (1181-1220; nach anderen Angaben 1230) von Nikolaus von Verdun und seiner Werkstatt, der Schrein ist der größte Reliquienschrein des Abendlandes;

Dreikönigsschrein

- Altar der Stadtpatrone, ein von Stephan Lochner gemaltes Triptychon (um 1440);
- Rubens-Teppiche (1640);
- Grabmale und Skulpturen.

Weitere Kunstwerke


Der Dom birgt eine der reichsten Schatzkammern Europas. Unter ihm wurden 1959 zwei ungewöhnlich reich mit Schmuck sowie Waffen und sonstigen Gerätschaften ausgestattete Gräber (Frau und Knabe) des fränkischen Hochadels aus der Mitte des 6. Jh. (vielleicht Angehörige des Merowingerkönigs Theudebert I.) in einer kleinen Steinkapelle entdeckt (heutige Domschatzkammer).

Die UNESCO nahm 1996 den Kölner Dom als "Meisterwerk gotischer Architektur" in die Liste des Weltkulturerbes auf.

Detailliertere Informationen zum Dom findet man bei koelner-dom.de.


"Wenn ich su an ming Heimat denke
un sin d'r Dom su vür mir stonn,
möch ich direk op Heim anschwenke,
ich möch zo Foß noh Kölle jonn.
"

(Willi Ostermann)
Kompletter Text



Kölner Dom - Luftansicht






Kein Menü ?
Klick hier !
© webmaster muenic.de